Tobias Mayer,
Pionier der Wissenschaften in der deutschen Aufklärungszeit.
* 17.2.1723 in Marbach, Torgasse 13 ; † 20.2.1762 in Göttingen.
- Vater: Tobias Mayer (1682-1731), Wagner und Brunnenmeister.
- Mutter: Anna Catharina Fink (1682-1737).
- Heirat: 16.2.1751 Maria Victoria Gnüg (1723-1780), Tochter des Pfarres Christoph Gnüg ( ?-1747) aus Neckarbischhofsheim.
- Kinder: 5 Söhne, 3 Töchter. 2 Söhne und 2 Töchter überlebend, wobei die beiden Töchter den Vater nur um wenige Jahre überlebten.
|
|
Lebenslauf: 1724/25 zog Tobias Mayer mit seiner Familie nach Esslingen, wo er die deutsche Schule und die Lateinschule besuchte. Nach dem Tod des Vaters 1731 bittet die mittellose Mutter den Esslinger Rat um Unterstützung. Tobias erhält Unterkunft und Verpflegung im Waisenhaus. Wahrscheinlich wurde er schon bald vom Bürgermeister Schlosberg gefördert. 1737 starb auch die Mutter, doch konnte er weiterhin die Lateinschule besuchen. Davon, dass er sich in dieser Zeit autodidaktisch mit Mathematik beschäftigte, zeugt der von ihm 1739 verfertigte erste Stadtplan von Esslingen. 1743 wanderte er nach Augsburg ab, wo er zwei Jahre später seinen Mathematischen Atlas sowie ein Werk über das Fortifikationswesen herausbrachte. Der Atlas machte ihn so bekannt, dass ihm
Johann Michael Franz (1700-1755) eine Stelle als leitender Mitarbeiter im Nürnberger Landkartenverlag von Homanns Erben anbot. 1751 begab er sich nach Göttingen, wo ihm die Stelle als Mathematikprofessor angeboten worden war. Hier starb er im Februar 1762 am Fleckfieber oder am Typhus. Wirken: 1724/25 zog Tobias Mayer mit seiner Familie nach Esslingen, wo er die deutsche Schule und die Lateinschule besuchte. Nach dem Tod des Vaters 1731 bittet die mittellose Mutter den Esslinger Rat um Unterstützung. Tobias erhält Unterkunft und Verpflegung im Waisenhaus. Wahrscheinlich wurde er schon bald vom Bürgermeister Schlosberg gefördert. 1737 starb auch die Mutter, doch konnte er weiterhin die Lateinschule besuchen. Davon, dass er sich in dieser Zeit autodidaktisch mit Mathematik beschäftigte, zeugt der von ihm 1739 verfertigte erste Stadtplan von Esslingen. 1743 wanderte er nach Augsburg ab, wo er zwei Jahre später seinen Mathematischen Atlas sowie ein Werk über das Fortifikationswesen herausbrachte. Der Atlas machte ihn so bekannt, dass ihm
Johann Michael Franz (1700-1755) eine Stelle als leitender Mitarbeiter im Nürnberger Landkartenverlag von Homanns Erben anbot. 1751 begab er sich nach Göttingen, wo ihm die Stelle als Mathematikprofessor angeboten worden war. Hier starb er im Februar 1762 am Fleckfieber oder am Typhus. Mitgliedschaften und Ehrungen: Mayer war Mitglied der Göttinger Societät der Wissenschaften. Erst postum erhielt er einen Teil des Längenpreises des britischen Board of Longitude. Ausgewählte Werke:
- Erster Esslinger Stadtplan. 1739
- Mathematischer Atlas, in welchem auf 60 Tabellen alle Theile der Mathematic vorgestellet werden. Augsburg: Pfeffel 1745
- Kosmographische
Nachrichten und Sammlungen auf das Jahr 1748. Nürnberg:
Homann 1750
- Mappa Critica. 1750
- Mondkarte. Ca. 1750
- Versuch einer Erklärung des Erdbebens. Nützliche Samlungen 1756 , 2.T. , S. 289 - 296
- Einige Merkwürdigkeiten von dem gegenwärtigen Cometen. Hannoverische Beyträge zum Nutzen und Vergnügen 1759
- Benzenberg, Johann Friedrich: Erstlinge von Tobias Mayer. Düsseldorf: Schreiner 1812
- Schriften
zur Astronomie, Kartographie, Mathematik und
Farbenlehre. Hildesheim: Olms 2004
- Artikel von Tobias Mayer in den Commentarii Societatis Regiae Seicentiarum Gottingensis
Band 1, 1752
Band 2, 1752
Band 3, 1753
Band 4, 1754
Literatur: - Arndt, Karl: Göttinger Gelehrte. Göttingen: Wallstein 2001, S. 22
- Forbes, Eric Gray: Tobias Mayer 1723-1762. Pionier der Naturwissenschaften der deutschen Aufklärungszeit. Marbach am Neckar: Tobias Mayer Museum 1993
- Hüttermann, Armin (Hrsg.): Tobias Mayer. Pionier der Positionsbestimmung. Marbach am Neckar: Tobias Mayer Museum 1995
- Roth, Erwin: Über den Mathematischen Atlas von Tobias Mayer. Marbach am Neckar: Tobias Mayer Museum 1992
- Roth, Erwin: Tobias Mayers Mondkarten und Mondkugel. Marbach am Neckar: Tobias Mayer Museum 1993
- Stoyan, Ronald: Die Nürnberger Mondkarten. Teil 2: Die Mondkarte von Tobias Mayer (1723-1762). In: Regiomontanusbote 14 (3/2001), S. 32-35
Links: Biografisches
Arbeiten von Tobias Mayer
Einige Karten von Mayer aus dem Besitz der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen
Der Mondkrater Tobias Mayer
Letzte Änderung: 06.07.2010 |