Johann Christoph Stürmer,
Letzter Professor für Mathematik am Egidiengymnasium.
* 11.9.1775 in Nürnberg ; † 28.7.1828 in Nürnberg.
- Vater: Christoph Wilhelm Stürmer von Unternesselbach (1721-1789), Jurist.
- Mutter: Anna Maria Walter.
- Heirat: 1805 Dorothea Maria Petz, Tochter des Generalfeldwachtmeisters Hermann Hieronymus Petz von Lichtenhof (?-1797).
- Kinder: Nicht bekannt.
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Lebenslauf: Johann Christoph Stürmer hörte schon als Schüler bei seinem Schwager
Georg Friedrich Kordenbusch (1731-1802) mathematische und physikalische Vorlesungen. Danach studierte er in Altdorf Jura, ließ aber auch keine der Vorlesung des dortigen Mathematikdozenten
Johann Leonhard Späth (1759-1842) „ungehört vorbeigehen“. 1800 wurde er Doktor der Rechte und unter die außerordentlichen Advokaten der Stadt Nürnberg aufgenommen. Im November 1804 wurde er Nachfolger von Kordenbusch am Egidiengymnasium. Diese Stelle hatte er bis mindestens 1809 inne, erhielt dafür aber keine Bezahlung. Ab 1819 soll er Besitzer des Herrensitzes Thumenberg gewesen sein, den er vermutlich von der 2. Ehefrau von Kordenbusch erbte. Bei seinem Tod 1828 wurde er als Appelationsgerichts-Advokat bezeichnet. Wirken: Stürmer veröffentlichte einige kleine Schriften zu Mond- und Sonnenfinsternissen. Auch besaß er Manuskripte aus dem Nachlass von
Johann Leonhard Rost (1688-1727). Diese dürfte er von seinem Schwager Kordenbusch geerbt haben, der das Astronomische Handbuch von Rost neu herausgegeben hatte. Die Manuskripte befinden sich heute im Besitz der Archenholdsternwarte in Berlin.
Kordenbusch waren auch eine Pendeluhr sowie eine Kunstuhr aus dem Besitz der
Eimmart-Sternwarte zur Verfügung gestellt worden. Beim Amtsantritt von Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) als Leiter des Egidiengymnasiums musste Stürmer diese Uhren an ihn abtreten, der sie in seinem Büro aufhing. In einem Manuskript beschrieb er die Kunstuhr ausführlich, wobei er sich bitter darüber beklagte, dass er so nach fünf Jahren unentgeltlichen Unterrichts behandelt wurde. Noch dazu sei die Pendeluhr aus Hegels Büro gestohlen worden, was dieser aber erst ein halbes Jahr später bemerkte. Ausgewählte Werke:
- Beschreibung der neulichen Ueberschwemmung, welche die Reichsstadt Nürnberg betroffen: Mit der Vorstellung der in Nürnberg befindlichen Wassermesser. Nürnberg 1803
- Vorstellung der großen Sonnenfinsterniß und der partialen Mondsfinsterniß 1804. auf den Nürnberger Meridian, und die benachbarte Gegend entworfen. Nürnberg 1804
- Vorstellung der totalen Monds Finsterniss den 11. Juli 1805. Nürnberg 1805
- Vorstellung der partiellen Monds Finsterniss vom 4. auf den 5. Januar 1806. Nürnberg 1805
- Beschreibung der auf Kosten und / Angabe des berühmten Astronomus / Eimmart, von J.C. Landeck verfertigten astronomischen Uhr. Nürnberg: Januar u. Februar 1809. Manuskript im Besitz der Stadtbibliothek Nürnberg (Nor. H 1405)
- Beschreibung der Sonnenfinsterniss vom 19. November 1816. Nürnberg: Christoph Fembo 1816
- Beschreibung der Sonnenfinsterniss vom 7. September 1820. Nürnberg: Christoph Fembo 1820
Literatur:
- Pilz, Kurt: 600 Jahre Astronomie in Nürnberg. Nürnberg: Hans Carl 1977
Links: Letzte Änderung: 06.07.2010 |