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Astronomie in Nürnberg
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Johann Christoph Sturm,
lehrte von 1669 bis zu seinem Tod 1703 Mathematik und Physik in Altdorf. Er ist der bekannteste aus der Altdorfer Professorenschaft.

* 3.11.1635 in Hilpoltstein ; † 26.12.1703 in Altdorf.

  • Vater: Johann Eucharius Sturm, Hofschneider, Kämmerer und Kustode des Tafelsilbers am Hilpoltsteiner Hofe.
  • Mutter: Gertraud Bock, Pfarrerstochter.
  • 1. Heirat: 8.11.166 Barbara Johanna Keßler (1642-1679), Tochter eines Oettinger Kanzleisekretärs.
  • 2. Heirat: 5.10.1680 Maria Salome Höchstetter (1653-1691), Medizinertochter aus Nördlingen.
  • 3. Heirat: 18.5.1692 Dorothea Elisabetha, Witwe des Oettingischen Kammersekretärs Johann Göring.
  • Kinder: 6 Söhne und eine Tochter aus 1. Ehe, davon 5 Söhne überlebend.
    5 Töchter aus 2. Ehe, davon 3 überlebend.
    1 Tochter aus 3. Ehe, überlebend.
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Lebenslauf:

Johann Christoph Sturm wurde in Hilpoltstein südlich von Nürnberg geboren. Auf Grund der damaligen Religionswirren musste er 1645 Hilpoltstein verlassen und flüchtete zunächst mit seinen Eltern nach Weißenburg, wo er in die Lateinschule aufgenommen wurde. 1653 holte ihn der Nürnberger Theologe Daniel Wülfer (1617-1685) zu sich nach Nürnberg. 1656 nahm er sein Studium in Jena auf, wo er vor allem unter Erhard Weigel (1625-1699) Mathematik studierte. 1660 wechselte er für ein Jahr nach Leiden, wo er unter Johann de Raey (1622-1702) und Nicolai Goldmann (1611-1665) studierte. Im folgenden Jahr schloss er sein Studium in Jena ab.

Da er keine Anstellung als Mathematikprofessor finden konnte, arbeitete er ab 1664 als Pfarrer von Deiningen und Kloster Zimmern in der Nähe von Nördlingen. 1669 konnte er jedoch als Nachfolger von Abdias Trew (1597-1669) die Stelle als Mathematik- und Physikprofessor an der Universität in Altdorf übernehmen. Hier blieb er bis zu seinem Lebensende.

Wirken:

Noch in Deiningen hatte Sturm die Sandrechung des Archimedes aus dem Griechischen ins Deutsche übersetzt und in Nürnberg herausgebracht. Diese Schrift brachte ihm die Stelle als Mathematikprofessor in Altdorf ein, wo er häufig als „Altdorfer Archimedes“ bezeichnet wurde.

Besonders bekannt wurde Sturm für die Durchführung seines Collegiums experimentale, das er ab 1672 regelmäßig durchführte. In diesen Vorlesungen wurden den Studenten also Experimente vorgeführt. Keineswegs war Sturm der erste, der solche Veranstaltungen anbot, er war aber der erste, der diese Veranstaltung regelmäßig anbot und auch darüber publizierte.

Im heutigen Rückblick ist er vor allem als Mathematikdidaktiker hervorzuheben. Seine Mathesis Juvenilis (Mathematik für die Jugend) war lange Jahre das grundlegende Mathematikwerk an Gymnasien, wie auch seine Mathesis enucleata (Erläuterte Mathematik) das grundlegende Einführungswerk für Studenten.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger war Sturm ein vehementer Anhänger des copernicanischen Weltsystems. Auch lehnte er die Astrologie konsequent ab. Der zweite Band seiner Mathesis juvenilis enthielt auf 282 Seiten eine Einführung in die Astronomie. Eine deutsche Übersetzung hiervon erschien 1705. Dies war erst der dritte einführende Band in die Astronomie in deutscher Sprache, wie die beiden Vorgängerbände ist auch er in Nürnberg herausgekommen. In der beobachtenden Astronomie war er mit den Möglichkeiten unzufrieden, die das von seinem Vorgänger eingerichtete Observatorium bot. Er schickte deshalb seine Studenten zu Praktikumszwecken nach Nürnberg auf die Sternwarte von Georg Christoph Eimmart (1638-1705).

In der Physik war Sturm keineswegs, wie vielfach behauptet, ein Anhänger von Descartes (1596-1650). Vielmehr war er Eklektiker, der Descartes und Aristoteles als Autoritäten neben vielen anderen anerkannte. Aus den von den entsprechenden Personen vorgebrachten Hypothesen und Theorien war aber ein Auswahl zu treffen. Gesucht wurde somit die Hypothese, die die vorgefundenen experimentellen Tatsachen am besten erklärte.

Sturm veröffentlichte auch Kalender. Diese brachte er zunächst unter dem Pseudonym Alethophilus von Uranien heraus, später auch unter seinem eigenen Namen.

Mitgliedschaften und Ehrungen:

Trotz seines enormen Bekanntheitsgrades war Sturm nicht Mitglied einer wissenschaftlichen Gesellschaft. Sein Geburtsort Hilpoltstein hat eine Straße nach ihm benannt, auch wurde anlässlich seines 300. Todestages 2003 dorten ein wissenschaftliches Kolloquium durchgeführt, auf dem er als Wissenschaftler und Didaktiker gewürdigt wurde.

Ausgewählte Werke:

    Eine vollständige Bibliographie der Werke Sturms findet sich in Gaab, Leich, Löffladt 2004, S. 250-328

  • Universalia Euclidea. Den Haag: Adrian Vlacq 1661 [SUB Göttingen]
  • Scientia cosmica sive astronomia tam theorica quam sphaerica. Altdorf: Heinrich Meyer 1670 [SLUB Dresden]
    • Ausgabe von 1684 [BSB München]
    • Ausgabe von 1693 [BSB München]
    • Ausgabe von 1701 [BSB München]
    • Ausgabe von 1708 [BSB München]
  • Gnomonices oder gründlichen Unterrichts von Beschreibung allerhand Sonnenuhren. Zweyter Theil. Nürnberg: Paul Fürst 1672 [SLUB Dresden]
    • Band 1, herausgegeben von Eberhard Welper. Straßburg: Eigenverlag 1625 [BSB München]
    • Band 3. Nürnberg: Paul Fürst 1681 [BSB München]
    • Band 4, verfasst von Johann Gabriel Doppelmayr. Nürnberg: Weigel 1708
  • Collegium experimentale. Nürnberg: Endter 1676-1685
    • Band 1, 1676 [HAB wolfenbüttel]
      • Neuauflage von 1701 [BSB München]
    • Band 2, 1685 [HAB Wolfenbüttel]
  • Vernunfftmäßige Gedancken über die sogenannte grosse Conjunction. Altdorf: Johann Heinrich Schönnerstädt 1682
  • Epistola invitatoria ad Observationes Magneticae Variationis. Altdorf 1682
  • Physicae conciliatricis. Altdorf: Johann Heinrich Schönnerstädt 1684 [SLUB Dresden]
    • Neuauflage von 1687 [BSB München]
  • Philosophia Eclectica. Altdorf: Johann Heinrich Schönnerstädt 1686-1698
  • Mathesis Enucleata. Nürnberg: Wolfgang Moritz Endter 1689 [BSB München]
    • Ausgabe von 1695 [BSB München]
    • Ausgabe von 1711 [BSB München]
  • Mathesis Compendiaria sive Tyrocinia Mathematica Tabulis Matheseos Generalis. Altdorf 1690 [SLUB Dresden]
    • Ausgabe von 1698 [SLUB Dresden]
    • Ausgabe von 1703 [BSB München]
    • Ausgabe von 1707 [Googlebooks]
    • Deutsche Übersetzung von 1717 [BSB München]
  • Sphaerae Armillaris, Ex Aurichalco Constructae. Altdorf 1695 [SLUB Dresden]
  • Physica Electiva Sive Hypothetica. Nürnberg: Endter 1697-1698
    • Band 1, 1697 [HAB Wolfenbüttel]
    • Band 2, 1722 [BSB München]
  • Mathesis juvenilis. Nürnberg: Johann Hoffmann u. Engelbert Streck 1699-1701
    • Band 1, 1699 [BSB München]
      • Neuauflage von 1702
    • Band 2, 1701 [BSB München]
      • Neuauflage von 1714 [Googlebooks]
  • Physicae modernae sanioris compendium erotematicum. Nürnberg: Johann Hoffmann u. Engelbert Streck 1704 [Googlebooks]
  • Kurzer Begriff der Physic oder Naturlehre. Hamburg: Heyl 1713 [Googlebooks]
  • Praelectiones academicae. Frankfurt u. Leipzig: Daniel Bartholomä 1722 [BSB München]
  • Vorstellung von der lügenhaften Sternwahrsagerey. Coburg: Pfotenhauer 1722 [Googlebooks]


  • Weitere Arbeiten von Sturm:
  • Übersetzungen
  • Disputationen
  • Kalender

Literatur:

  • Doppelmayr, Johann Gabriel: Historische Nachricht von den Nürnbergischen Mathematicis und Künstlern. Nürnberg: Monath 1730, S. 114-122
  • Gaab, Hans; Leich, Pierre; Löffladt, Günter: Johann Christoph Sturm (1635-1703). Acta Historica Astronomiae Vol. 22. Frankfurt a.M.: Harri Deutsch 2004
  • Herrmann, Volker; Platz, Kai Thomas (Hrsg.): Der Wahrheit auf der Spur. Johann Christoph Sturm (1635-1703). Mathematiker, Physiker, Astronom. Schriftenreihe des Museums Schwarzes Roß Hilpoltstein, Bd. 3. Büchenbach: Dr. Faustus 2003
  • Sturm, Johann Christoph: Eitelkeiten-Calender für 1669 (Eitler-Werck-Calender) verfaßt von Alethophilus von Uranien [Johann Christoph Sturm]. Neu herausgegeben von Klaus-Dieter Herbst mit Beiträgen von Klaus-Dieter Herbst und Klaus Matthäus. (Acta Calendariographica - Kalenderreihen 2.1) Jena: HKD 2010

Links:

  • Porträt Sturms aus dem Besitz der Royal Society

  • Allgemeine Deutsche Biographie
  • Apin: Vitae Professorum Philosophiae. Nürnberg: Tauber 1728
  • Zedlers Universallexikon
  • Übersicht über Sturms Briefwechsel mit Eimmart aus dem 2. Band des Eimmart-Nachlasses
  • Informationen zu den ersten Karten, die den Verlauf einer Finsternis auf der Erdkugel darstellten, darunter Sturms Darstellungen zu den Sonnenfinsternissen von 1676
  • Kommentare von Leibniz zu Johann Christoph Sturm (Englisch)

Letzte Änderung: 01.01.2014

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