Georg Wolfgang Eichhorn,
Buchhändler mit eigener Sternwarte.
* 25.2.1794 in Hersbruck ; † 9.5.1866 in Nürnberg.
- Vater: Georg Wolfgang Eichhorn (1760-1830), Arzt in Nürnberg und Umgebung, Sohn von Johann Aegidius Eichhorn (1724-1787).
- Mutter: Johanna Magdalena Marianne Gatterer (1762-1850), Tochter des Göttinger Geschichtsprofessors Johann Christoph Gatterer (1727-1799).
- Heirat: 8.7.1821 Meta Justina Lindstatt, Tochter von Jacob Lindstatt.
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 Auf dem Dach des Gebäudes am Rathausplatz 7 betrieb Eichhorn seine Sternwarte. |
Lebenslauf: Ernst Christoph Grattenauer (1744-1815) hatte die ehemalige Lochnerische Buchhandlung in Nürnberg betrieben. Nach seinem Tod musste sein Sohn Konkurs anmelden. Der Landkartenhändler
Georg Christoph Franz (1747-1823) erwarb die Handlung aus der Konkursmasse, verkaufte sie aber am 20. Dezember 1820 an Georg Wolfgang Eichhorn. Nach Klärung einiger juristischer Fragen konnte er das Geschäft im Frühjahr 1821 übernehmen. Die Handlung befand sich am Rathausplatz 7, das ist das Gebäude zwischen der Kugelapotheke und dem Landauer Haus. Eichhorn war der Besitzer dieses Hauses. Am 30. Juni 1834 verkaufte er die Handlung an Christian Heinrich Korn (1807-1863), der sie in ein anderes Gebäude verlegte. Diese Buchhandlung existiert heute noch unter dem Namen Korn und Berg am Hauptmarkt. Eichhorn privatisierte seitdem, wohl weil er sich seinem Hobby, der Astronomie, widmen wollte. 72 Jahre alt geworden starb er am 9. Mai 1766.
Georg Wolfgang Eichhorns jüngerer Bruder Heinrich (1800-1860) war von 1829 bis 1840 Arzt in Herzogenaurach, von 1841 bis 1850 in Gunzenhausen, 1851 ließ er sich als praktischer Arzt in Nürnberg nieder. An seinen jeweiligen Wohnorten führte er meteorologische Beobachtungen durch, die vor allem Johann von Lamont (1805-1879) von der Münchener Sternwarte in Bogenhausen bekannt machte. Wirken: Eichhorn betrieb auf dem Dach seines Hauses eine kleine Sternwarte, die 1847 von G. Rauh in seinem Band über Nürnberg beschrieben wurde: „Das Privatobservatorium des Georg Eichhorn [...] auf dem Dache seines Hauses, glauben wir unter den Anstalten für die Astronomie erwähnen zu müssen und besonders ein Fernrohr von 6 Fuß Brennweite [ca. 180 cm] und 52 Linien Oeffnung [ca. 11 cm] aus dem Frauenhoferschen Institut in München, dessen Vergrößerungen 38, 64, 96, 144, 216 und 324malig sind; einen Frauenhoferschen Kometensucher von 30 Zoll Brennweite [ca. 76 cm] und 34 Linien Oeffnung [ca. 7,2 cm] mit 13 und 20maliger Vergrößerung; ein transportables Frauenhoferisches Fernrohr von 42 Zoll Brennweite [ca. 106 cm] und 32’5 Linien Oeffnung [ca. 7 cm], das 54, 84, 126 und 190mal vergrößert; ein Universalinstrument von Oertel in München, zwei Pendeluhren, die eine mit Compensation-, die andere mit Holz-Pendel, ein Barometer mit Thermometer aus der Werkstätte der königl. Münchner Sternwarte.“ Eichhorn soll auch die Sonnenfinsternis vom 8. Juli 1842 für Nürnberg berechnet haben, wovon sich allerdings nichts erhalten hat. Ausgewählte Werke:
- Bericht über seine Beobachtung der Sonnenfinsternis vom 8. Juli 1842. Kleinanzeige im Friedens- und Kriegs-Kurier Nr. 192 vom 11. Juli 1842
- Daten zur Sonnenfinsterniß vom 9. Oktober 1847. Kleinanzeige im Friedens- und Kriegs-Kurier Nr. 279 vom 6. Oktober 1847
Literatur:
- Bauer, Elisabeth: Die Geschichte der Verlagsbuchhandlung Korn & Berg in Nürnberg. Magisterarbeit in der Philosophischen Fakultät I der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. Erlangen 1990, S. 32-34
- Gaab, Hans: Georg Wolfgang Eichhorn (1794-1866). Sternwartenbesitzer im Nürnberg des 19. Jahrhunderts. Regiomontanusbote 24 (4/2011), S. 9-14
- Haase, Carl: Übermittlung der Sonnenfleckenbeobachtungen Staudachers durch Eichhorn. Zeitschrift für populäre Mittheilungen aus dem Gebiet der Astronomie und verwandter Wissenschaften, 3 (1869), S. 51
- Lochner, Georg Wolfgang Karl: Nürnberg's Vorzeit und Gegenwart: in einer Reihe von Aufsätzen. Nürnberg: Campe 1845, S. 231
- Mayer, Friedrich: Nürnberg im neunzehnten Jahrhundert mit stetem Rückblick auf seine Vorzeit. Nürnberg: Johann Adam Stein 1843, S. 270f.
- Ollrog, Wolfgang: Johann Christoph Gatterer, der Begründer der wissenschaftlichen Genealogie. Archiv für Sippenforschung, 47, Heft 81/82 (Februar 1981), S. 1-140, hier S. 34, 126
- Pilz, Kurt: 600 Jahre Astronomie in Nürnberg. Nürnberg: Hans Carl 1977, S. 334f.
- Priem, Johann Paul: Geschichte der Stadt Nürnberg. Nürnberg: Zeiser 1875, S. 520
- Rauh, G.: Nürnberg und seine nächsten Umgebungen. Ein freundlicher Führer für Reisende (namentlich für Kaufleute) und Einheimische. Nebst einem Adreßbuche des Nürnberger Handelsstandes. Nürnberg: Ebnersche Buchhandlung 1847, S. 104f.
- Wegweiser durch Nürnberg. Nürnberg: Winter 1843, S. 181 [Googlebooks]
Links: Letzte Änderung: 03.07.2012 |