Lebenslauf: Johann Carl Rost besuchte zunächst die Sebalder Schule, dann das Egidiengymnasium, wo er auch Vorlesungen im Auditorium hörte. 1708 begann er ein Medizinstudium in Altdorf. 1712 promovierte er zum Doktor der Medizin. Danach trat er eine Reise durch verschiedene deutsche Städte an, die ihn nach Coburg, Jena, Weimar, Erfurt, Gotha, Leipzig, Halle, Wittenberg, Berlin, Frankfurt an der Oder und Dresden führte. Über Böhmen kehrte er wieder nach Hause zurück. Nach einem halbjährigen Aufenthalt in Nürnberg folgte eine ausgedehnte Reise durch Frankreich. 1715 war er wieder in Nürnberg, wo er ins Collegium Medicum aufgenommen wurde.
1717 wurde er auf Vermittlung des vordersten Losungers Johann Christoph Reichsfreiherr von Imhoff (1659-1736) Leibarzt und geheimer Rat der Großherzogin Anna Maria Franziska von Toscana (1672-1741), die auf einem Schloss in Böhmen residierte. 1720 verließ er diesen Posten und kehrte nun endgültig nach Nürnberg zurück. 1724 hielt sich die Herzogin in Nürnberg auf, wo sie ihn zu ihrem Hofrat ernannte. Wie seinem Bruder war ihm kein langes Leben bestimmt, er starb gerade 41 Jahre alt geworden in Nürnberg.
Sein einziger, gleichnamiger Sohn Johann Carl Rost (1728-1816) wanderte als Trommler nach Schweden aus. Wirken: Von 1705 bis 1708 arbeitete Johann Carl Rost als Assistent auf der
Eimmart-Sternwarte mit. Damals war
Johann Heinrich Müller (1671-1731) Sternwartendirektor. In seinem späteren Berufsleben benutzte er seine Freizeit dazu, die „Himmelsbegebenheiten“ zu beobachten, wovon einige Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften seiner Zeit zeugen.
Mitgliedschaften und Ehrungen
1727 wurde Johann Carl Rost in die Kaiserliche Akademie der Naturforscher (Leopoldina) aufgenommen, kurz darauf auch als auswärtiges Mitglied in die Preußische Akademie der Wissenschaften. Ausgewählte Werke: Eine vollständige Bibliographie von Johann Carl Rosts astronomischen Arbeiten findet sich in Gaab, Simons 2008, S. 139-154
- Beiträge von Johann Carl Rost in den Miscellanea Berolinensia, der Schriftenreihe der Berliner Akademie der Wissenschaften.
Band 4, 1734
- Von Johann Carl Rost finden sich weiter Artikel in den Breslauischen Sammlungen, den Fränkischen acta erudita et curiosa, den Neuen Zeitungen von gelehrten Sachen aus Leipzig sowie den Nova Litteraria in supplementum Actorum Eruditorum.
Literatur:
- Gaab, Hans; Simons, Olaf: Johann Leonhard Rost, "Romanist" und Astronom. In: Dick, Wolfgang R.; Duerbeck, Hilmar W.; Hamel, Jürgen: Beiträge zur Astronomiegeschichte Bd. 9. Acta Historica Astronomiae Vol. 36. Frankfurt a.M.: Harri Deutsch 2008, S. 106-155
- Will, Georg Andreas: Nürnbergisches Gelehrtenlexikon Bd. 3. Nürnberg: Lorenz Schüpfel 1757, S. 400f.
Links: Letzte Änderung: 13.08.2010 |