Lebenslauf: Nach dem Besuch des Nürnberger Egidiengymnasiums ging Adelbulner 1720 zum Studium nach Leipzig. Nach dem Tod seiner Mutter half er ab 1721 in der Druckerei seines Vaters mit. Ab 1725 studierte er Philosophie und Mathematik in Altdorf. Nachdem auch sein Vater 1737 starb, verkaufte er 1741 die elterliche Druckerei und nahm im folgenden Jahr erneut ein Studium in Altdorf auf, diesmal das der Medizin. Als 1742 der Altdorfer Mathematikprofessor Michael Kelsch (1693-1742) starb, wurde er dessen Nachfolger. Damit war auch die Aufsicht über die Altdorfer Sternwarte verbunden. 1766 erhielt er zusätzlich den Lehrstuhl für Logik.
Wirken: Bekannt wurde Michael Adelbulner 1733, als er auf Anregung des durchreisenden Anders Celsius (1701-1744) mit dem Commercium litterarium ad astronomiae incrementum (Mitteilungsblatt zur Förderung der Astronomie) die erste rein astronomische Fachzeitschrift herausgab. Zwischen Oktober 1733 und Mai 1736 kamen fünfzig Ausgaben heraus, in denen ständig auf aktuelle Himmelsereignisse hingewiesen wurde. Diese Zeitschrift brachte Adelbulner die Aufnahme in die Preußische Akademie der Wissenschaften ein. Ab Mai 1736 brachte er statt der lateinischen eine deutsche Zeitschrift mit dem Titel Merkwürdiger Himmelsbegebenheiten heraus. Die 34. und letzte Ausgabe erschien im Dezember 1740.
Als Mathematikprofessor in Altdorf legte er viel Wert auf astronomische Beobachtungen in der dortigen Sternwarte. 1761 machte er mit einer lateinischen Schrift auf den damaligen Venusdurchgang aufmerksam. Im Laufe seines Lebens legte er sich eine umfangreiche Sammlung physikalischer und astronomischer Geräte zu, die bei seinem Tod von der Universität aufgekauft und in der Sternwarte aufgestellt wurde.
Mitgliedschaften und Ehrungen: Adelbulner wurde 1736 in die Preußische Akademie der Wissenschaften aufgenommen und 1741 in die Kaiserliche Akademie der Naturforscher (Leopoldina).
Ausgewählte Werke: Literatur:
- Gaab, Hans: Michael Adelbulner (1702-1779). Zum 300. Geburtstag des Nürnberger Astronomen. In: Regiomontanusbote 15 (1/2002), S. 39-42
Links:
Letzte Änderung: 07.07.2010 |